Anthrazitgraue Auflage,
nummeriert von 1 bis 1000,
$190 $
Krieg
Französische Ausgabe
Großformat (25 x 35 cm)

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Das unveröffentlichte Manuskript von Céline : Guerre (dt.: Krieg)

August 2021: Sommerlicher Paukenschlag. Es ist die Geschichte eines verlorenen Manuskripts, aber nicht irgendeines. Wenn Schriften eines prominenten Autors wie Louis-Ferdinand Céline auftauchen, erregt dies nicht nur in der stillen Welt der Sammler und Autographenhändler großes Aufsehen. Die gesamte Kulturwelt ist aufgewirbelt und stellt sich Fragen.

Guerre das Manuskript

Während die Transkription von Guerre (dt.: Krieg), einem unveröffentlichten Roman, gerade im Verlag Gallimard erschienen ist, veröffentlicht der SP-Verlag heute die Reproduktion dieses Manuskripts unter der Schirmherrschaft von Célines Rechtsinhabern, dem Anwalt François Gibault und Véronique Chovin.

Die verscholenen Manuskripte von Louis-Ferdinand Céline

Es war ein aufsehenerregendes Ereignis, als das Manuskript von Voyage au bout de la nuit (dt.: Reise ans Ende der Nacht) 2001 nach sechzig Jahren Ungewissheit über seinen Verbleib wieder auftauchte und noch immer von Geheimnissen umgeben war. Das Manuskript wurde vom Buchhändler Pierre Berès bei Drouot zum Verkauf angeboten und von der Bibliothèque Natione de France (frz. Staatsbibliotek) für etwas mehr als 12 Millionen Francs erworben.

Zu seinen Lebzeiten hatte Céline behauptet, dass Tausende von Seiten - fast sechstausend Blätter, die teilweise mit Wäscheklammern zusammengehalten wurden - während der französichen Befreiung aus seiner Wohnung in Montmartre gestohlen worden waren, als er mit seiner Frau Lucette und dem Kater Bébert auf dem Weg nach Deutschland war. Dieser Diebstahl, der einst schwer zu belegen war, war in den 15 Jahren nach dem Krieg und bis zu seinem Tod Gegenstand erneuter Klagen des Schriftstellers: „Sie haben mir nichts gelassen, kein Taschentuch, keinen Stuhl, kein Manuskript.“1

Manuskript von Louis-Ferdinand Céline

Unveröffentlichte Romane und fehlende Kapitel

In diesem wiedergefundenen Schatz befinden sich zahlreiche Juwelen: das Manuskript von Mort à crédit (dt.: Tod auf Raten); fehlende Kapitel von Casse-pipe (dt.: Kanonenfutter); La Volonté du roi Krogold (dt.: Der Wille des Königs Krogold), eine märchenhafte Legende und in maschinengeschriebener Form La Vieille dégoûtante (dt.: Die ekelhafte Alte), eine Jugenderzählung; oder auch zwei unveröffentlichte Romane, Guerre (dt.:Krieg) und Londres (dt.: London).

Krieg

Eine außerordentliche Veröffentlichung

Das aus zweihundertneunzehn Blättern bestehende Dokument ist der erste Entwurf des Romans. Es besteht aus sechs Teilen, die mit einer rätselhaften Seite beginnen, über der die mit Bleistift geschriebene Zahl 102 steht und die mit den eindringlichen Worten bedeckt ist: „Nicht ganz. Ich muss wohl noch einen Teil der nächsten Nacht hier verbracht haben.“

roman céline

Die folgenden Blätter - mit einer regelmäßigen Nummerierung versehen - lassen eine sichere, aber manchmal schwer lesbare Schrift erkennen, in Tinte, mit Korrekturen und Streichungen, die mit Bleistift gemacht worden sind. Eine der Seiten ist auf der Rückseite eines leeren ärztlichen Attests verfasst, das von der Gemeinde Clichy ausgestellt wurde. Einige Worte auf Englisch, „What about your health“, sowie die Adresse von Elizabeth Craig3, in Los Angeles, finden sich im Anschluss an Blatt 18 des vierten Teils.

Diese Hinweise lassen vermuten, dass Céline diesen Text 1934 schrieb, zwei Jahre nach dem Erscheinen von Voyage au bout de la nuit (dt.: Reise ans Ende der Nacht). Guerre (dt.: Krieg) ist also nicht das fehlende Kapitel eines anderen Buches, sondern ein eigenständiges Projekt, in dem die Lieblingsthemen des Schriftstellers mit der für ihn typischen poetischen und grausamen Ausdruckskraft behandelt werden: Leben, Tod, Sexualität und Krieg.

Ferdinand, das literarische Double von Céline

Guerre (dt.: Krieg) stellt die Hauptfigur Ferdinand, der an der Front verwundet wurde, in den Mittelpunkt. Céline, der 1912 in das 12. Kürassier-Regiment in Rambouillet eintrat, meldete sich freiwillig zu einer gefährlichen Mission, bei der er am 27. Oktober 1914 in Poelcappelle am rechten Arm verwundet wurde, und wurde anschließend nach Hazebrouck verlegt und operiert. Sein literarischer Doppelgänger hingegen wird von Engländern nach Ypern in Belgien gebracht. In einem Feldlazarett wohnt er den erotischen Spielen einer Krankenschwester bei, Mademoiselle Lespinasse, mit der er sogar eine Affäre hat. Ferdinand freundet sich später mit einem Zuhälter und der Prostituierten Angèle an. Schließlich verlässt er Frankreich auf einem Schiff in Richtung London, wie es auch Céline 1915 tat.

Ein Werk, das es in neuem Licht wiederzuentdecken gilt

Louis-Ferdinand Céline, mit bürgerlichem Namen Louis-Ferdinand Destouches, wurde am 27. Mai 1894 in Courbevoie geboren. Er ist ein französischer Arzt und Schriftsteller, der durch seinen revolutionären Stil in der Öffentlichkeit bekannt wurde.

Céline wuchs in einer einfachen Familie auf. Geprägt von seiner Kindheit, ließ sich der Schriftsteller später davon inspirieren, als er Mort à crédit (dt.: Tod auf Raten) schrieb, seinen zweiten Roman. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bevor er 1912 in die Armee eintrat. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, gehört sein Regiment zu den ersten, die an die Front gehen. Seine Kriegserlebnisse waren für den Autor von Voyage au bout de la nuit (dt.: Reise ans Ende der Nacht - 1932), Casse-pipe (dt.: Kanonenfutter - 1949) und nun Guerre (dt.: Krieg) eine Quelle des Schreckens, aber vor allem der Inspiration.

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Trotz der Verleihung des Prix Renaudot spaltet der Mann die Meinungen. Sein Image wird durch das Verfassen rassistischer Pamphlete und durch sein ideologisches Engagement während der Besatzung getrübt. Nach der Landung der Alliierten macht er sich mit seiner Frau Lucette auf den Weg nach Deutschland und später nach Dänemark. 1950 geriet er ins Visier der sogenannten Säuberung; ein Jahr danach wurde er unter der Verwendung seines Titels seit 1914 „grand invalide de guerre“ (dt.: Kriegsversehrter) begnadigt. Vor seinem Tod veröffentlichte der Autor eine Trilogie, die aus den Werken D'un château l'autre (dt.: Von einem Schloß zum andern - 1957), Nord (dt.: Norden - 1960) und Rigodon (dt.: Rigodon - posthum, 1969) besteht, in denen er sowohl als Figur als auch als Erzähler in Erscheinung tritt.

Die jüngste Entdeckung von Célines Manuskripten, die nunmehr unumgängliche Teile des Célin-Werkes sind, eröffnet einen neuen Weg zum Verständnis des Werks von einem der umstrittensten und genialsten französischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

1. Siehe D'un château l'autre (Von einem Schloß zum andern - 1957).

2. Der Anfang, falls das Manuskript noch existiert, ist derzeit nicht auffindbar.

3. Célines erste große Liebe, der er Voyage au bout de la nuit (dt.: Reise ans Ende der nacht) gewidmet hatte.

Siehe das Manuskript vonVoyage au bout de la nuit

Reise bis ans Ende der Nacht

„Fünf Jahre Arbeit“... „Brot für ein ganzes Jahrhundert Literatur“... mit diesen Worten beschreibt Louis-Ferdinand Céline in einem Brief an Gaston Gallimard im April 1932 das Schreiben des Manuskripts von Reise ans Ende der Nacht, seinem ersten Roman, der bei Denoël & Steele erschien.

Reise bis ans Ende der Nacht:

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Um mehr zu erfahren:

  • David Alliot et François Gibault, D’un Céline l’autre. Bouquins (Paris, 2011).
  • François Gibault, Céline. 1894-1932. Le Temps des espérances. Mercure de France (Paris, 1977).
  • Louis-Ferdinand Céline, 1932-1944. Délires et persécutions. Mercure de France (Paris, 1985).
  • Louis-Ferdinand Céline, Guerre. Gallimard (Paris, 2022).
  • Louis-Ferdinand Céline, Voyage au bout de la nuit. Folio (Paris, 2014).
  • Louis-Ferdinand Céline, Romans. Tomes I-IV. Bibliothèque de la Pléiade, Gallimard (Paris, 1981, 1974, 1988, 1993)
  • Louis-Ferdinand Céline, Lettres. Bibliothèque de la Pléiade, Gallimard (Paris, 2009).
  • Devenir Céline : Lettres inédites de Louis Destouches et de quelques autres (1912-1919). Sous la direction de Véronique Robert-Chovin. Gallimard (Paris, 2009).
  • Véronique Robert-Chovin, Lucette Destouches, épouse Céline. Grasset (Paris, 2017).

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