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Das Manuskript der Märchen der Brüder Grimm

Tauchen Sie ein in die magische Welt der Märchen der Brüder Grimm, dem Ursprung von Dornröschen, Schneewittchen, dem Froschkönig... Die Quelle der Märchen, die unsere Kindheit geprägt haben.

 

Kaum zweihundert Jahre trennen uns von den Märchen der Brüder Grimm, die 1810 von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt und niedergeschrieben, und 1812 erstmals veröffentlicht wurden. Diese uns so vertraut erscheinenden Geschichten sind nah und fern zugleich; sie sind ein Synonym für die Angst und das Staunen der Kinder über die unglaublichen Geschichten, die sie abends vor dem Schlafengehen hören; und sie sind reich an Subtexten und Symbolen, die sich eher an ein erwachsenes Publikum richten.

Dieses erste Manuskript der Märchen der Brüder Grimm, in dem mehrere Handschriften miteinander vereint sind, ist ein Juwel, ein Relikt der Zeit, aber auch ein Relikt der aufeinanderfolgenden Fassungen, welche die Märchen veränderten, um sie an ein junges Publikum anzupassen. Denn fast 47 Jahre trennen dieses Manuskript von der letzten von den Brüdern Grimm veröffentlichten Fassung!

Manuskript Kinder und Hausmarchen Jacob & Whilhelm Grimm
"Dieses Manuskript der Märchen der Brüder Grimm ist ein Anbeginn: Es wurde 1810 geschrieben und ist ein Wegbereiter des glänzenden Werkes, das noch 47 Jahre benötigte, um seine endgültige Form anzunehmen." (Jean-Paul Sermain)

Vom unvollendeten Projekt zum Weltbestseller

Jacob und Wilhelm Grimm waren akademisch begabt und besuchten 1802 die Universität Marburg. Einer ihrer Professoren, ein gewisser Savigny, der für die Geschichte von großer Bedeutung sein sollte, lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Geschichte des Rechts, Deutschlands, seiner Sprache und seiner Literatur. 1808 wurde Jacob sogar Bibliothekar in Kassel von Jérôme Bonaparte, der von seinem Bruder auf den Thron gesetzt worden war. Und durch Savigny kamen die Brüder Grimm in Kontakt mit Clemens Brentano und Achim von Arnim, zwei berühmten Schriftstellern, die auf der Suche nach Texten zur Vervollständigung ihrer Sammlung Des Knaben Wunderhorn waren.

Drei Jahre später, am 25. Oktober 1810, schickten die Grimms die Früchte ihrer Auswahl, größtenteils von Verwandten, oft Nachkommen hugenottischer Familien in Mittelhessen, darunter Dorothea Viehmann: das Manuskript, das der Leser heute in Händen hält. Es handelt sich somit um die älteste handschriftliche Fassung der Kinder- und Hausmärchen, denn die Gebrüder Grimm haben andere Schriften sorgfältig vernichtet, wohl um einen Vergleich zwischen den Manuskripten und der späteren Druckfassung zu verhindern. Obwohl das Projekt von Brentano und von Arnim nicht zustande kam, setzten die Brüder Grimm die Arbeit fort. Die erste Ausgabe erschien 1812, dank einer (ebenfalls vernichteten) Arbeitskopie.

Clemens Brentano seinerseits bewahrte das hier wiedergegebene Manuskript auf, die ursprüngliche, ungekürzte und von der Erstausgabe abweichende Fassung, ohne es zu verwenden: Dieses Dokument wurde so Teil des Archivs, das er dem Abt Ephrem Van der Meulen bei seinem Tod 1842 hinterließ, der es 1884 dem Trappistenkloster Oelenberg im Elsass vermachte. Im folgenden Jahrhundert wurde es zum Verkauf angeboten und ging durch mehrere Hände, bevor es in die Fondation Martin Bodmer gelangte.

Grimm Kinder und Hausmarchen

Der Erfolg der Brüder Grimm stellte sich nicht sofort ein: Der literarische und erzählerische Weg war noch lang, und es war vor allem Wilhelm, der „die umgangssprachlichen Ausdrücke, die gereimten Verse vermehrte und zunehmend zur Verdreifachung von Episoden und Begriffen griff. Grimms Märchen haben eine einfache Syntax mit kurzen Sätzen, die nebeneinander stehen oder durch eine einfache Konjunktion verbunden sind (...). Die Märchen der Brüder Grimm lassen also wieder aufleben, was La Fontaine, Perrault und Galland im Frankreich Ludwigs XIV. erreicht haben, aber ihr Ideal der Einfachheit und Natürlichkeit war das der guten Gesellschaft und der Schriftsteller ihrer Zeit.“ (siehe Vorwort von Jean-Paul Sermain).

Wilhelm und Jacob Grimm, Sprachwissenschaftler, Philologen und heute legendäre Autoren, schlossen ihre Sammlung 1857 ab.

Allseits beliebte Märchen

In einer langen Liste von 45 Erzählungen und einer Legende (25 Erzählungen stammen von Jacob, 14 von Wilhelm und 7 werden 4 anderen Autoren zugeschrieben) wird der Leser verblüfft sein, vertraute Figuren und Welten zu finden: Die von Dornröschen, Schneewittchen, dem Froschkönig oder Rumpenstünzchen... Er wird auch in der Lage sein, an verschiedenen Stellen des Manuskripts Inschriften in französischer Sprache zu entziffern, die das Werk der Brüder Grimm direkt mit dem von Charles Perrault (Le Petit Poucet, Les Fées), mehr als ein Jahrhundert vor ihnen, verbinden...

Kinder und Hausmarchen Rackham

Mit Zeichnungen von Arthur Rackham

Arthur Rackham (1867-1939) ist einer der führenden Vertreter der „Märchenmalerei“, einer Bildgattung, die Feen oder Szenen aus Märchen darstellt und oft mit dem viktorianischen Zeitalter in Verbindung gebracht wird. Große Ausstellungen seiner Werke fanden in der ganzen Welt statt.

Eine Sammlung mit einem Vorwort von Professor Jean-Paul Sermain

"Die meisten dieser Geschichten handeln von Verzauberungen und Wundern, und obwohl dieses Genre in der endgültigen Ausgabe (1857) nur etwa ein Drittel der Gesamtmenge ausmacht, ist es bei der Leserscha sehr beliebt. Dieses erste Manuskript zeigt uns bereits, dass die Brüder Grimm eine recht breite Au assung des Begri s Märchen haben. Auf diese wunderbaren Erzählungen, die sie mit den französischen Feenmärchen (contes de fées) in Verbindung bringen, folgen nämlich andere Geschichten: mal mit tierischen Helden, mal mit P anzen oder Gegenständen im Mittelpunkt, manchmal als Gleichnis oder als Fabel."

Jean-Paul Sermain ist Professor an der Universität Sorbonne Nouvelle - Paris 3. Als Spezialist für das 18. Jahrhundert konzentriert sich seine Forschung auf die Literatur des 18. Jahrhunderts, die Poetik des Romans und die Märchen. Er arbeitet auch an den Werken von Marivaux, Prévost und Diderot. Er ist der Autor von Standardwerken, darunter „Le conte de fées du classicisme aux lumières“ (zu dt. etwa: „Das Märchen – Von der Klassik zur Aufklärung“, Paris, Desjonquères, 2005), oder „Les Mille et une nuits entre Orient et Occident“ (zu dt. etwa: „Tausendundeine Nacht zwischen Morgenland und Abendland“, Paris, Desjonquères, 2009).

Eines der wertvollsten Manuskripte in der Fondation Martin Bodmer

Das Manuskript von Grimms Märchen wird bei der Fondation Martin Bodmer aufbewahrt. Es wurde 1953 von Mary A. Benjamin erworben, einer renommierten amerikanischen Wissenschaftlerin, die manchmal einfach „The Autograph Lady“ gennant wird.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1971 ist die Fondation Martin Bodmer ein Mekka für Literatur- und Bibliophiliebegeisterte. Die Sammlungen umfassen mehr als 150.000 Papyri, Inkunabeln, Manuskripte und seltene Ausgaben, von mesopotamischen und ägyptischen Texten aus der Zeit um 3000 v. Chr. bis zu zeitgenössischen Werken des 20. Jahrhunderts. Der Auftrag der Stiftung besteht darin, den Kern des menschlichen Denkens in der Geschichte menschlicher Werke und ihrer Weitergabe in allen Epochen und Teilen der Welt zu erfassen.

Kinder und Hausmarchen buch

Der 1899 geborene Martin Bodmer begann im Alter von 15 Jahren mit dem Sammeln von „Weltliteratur“. Als Richtungsweiser für seine Sammlung folgte er den visionären Empfehlungen Goethes für die Schaffung „aufgeklärter“, toleranter und mit Weltliteratur angereicherter Bibliotheken, die auf gegenseitigem Austausch und besserer Kenntnis der Literatur eines jeden Landes und der Besonderheiten anderer nationaler Gedanken beruhen, was dazu beitragen sollte, die patriotische Überhöhung zu zügeln, die kriegslüsternen Fanatismus begünstigt. Als Leser der Werke seiner Zeit war Martin Bodmer unter anderem auch Mitbegründer eines Literaturpreises und einer Literaturzeitschrift.

Die Einleitung, das Vorwort und die Präsentation der Fondation Martin Bodmer sind auf Französisch, Deutsch und Englisch. Unser Dank geht an: Nicolas Ducimetière und Jacques Berchtold (Vizedirektor bzw. Direktor der Fondation Martin Bodmer); Philippe Mellot; Marc Meier-Maletz; Jean-Paul Sermain.

Kinder und Hausmarchen Faksimile

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