La Gloire de mon père

Azurblaue Auflage,
nummeriert von 1 bis 1800,
160,00 €
Bruttopreis
Der Ruhm meines Vaters
Französische Ausgabe
Großformat (25 x 35 cm)

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Der Ruhm meines Vaters: Das Manuskript von Marcel Pagnol

Zur Feier des 60. Jahrestages der Veröffentlichung dieses Buches, das zu den schönsten der französischen Literatur gehört, stellt der SP-Verlag das unveröffentlichte Manuskript vor.
La Gloire de mon Père - manuscrit ouvert
Das Manuskript von La Gloire de mon père (dt.: Der Ruhm meines Vaters) durchzulesen bedeutet, in Marcel Pagnols akribische Arbeit einzutauchen. Und zu entdecken, dass er es entgegen der landläufigen Meinung nicht mit per Hand geschrieben hat...
La Gloire de mon Père, le manuscrit de Marcel Pagnol

Marcel Pagnol: der Schriftsteller bei der Arbeit

Die Provence seiner Jugend, bereits im Kino inszeniert, erscheint als unerschöpfliche Quelle seiner Inspiration. Die hier vorgestellten Entwürfe zeugen von einer akribischen Arbeit am Verbessern und Enthüllen, mit einem anspruchsvollen Bemühen um Stilreinheit. Marcel Pagnol macht nur wenige oder gar keine Streichungen: er schreibt einfach neu. Unermüdlich. Mit einer schönen Handschrift, rund und lesbar, was das Lesen seines Meisterwerks leicht und angenehm macht.

Die Entstehung eines Bestsellers

Marcel Pagnol wurde 1929 mit dem Stück Marius berühmt, das im März desselben Jahres am Theater aufgeführt wurde. 1934 gründete er seine eigene Produktionsfirma und sein eigenes Filmstudio in Marseille; er führte bei vielen Filmen mit den großen Schauspielern der Zeit (insbesondere Raimu, Fernandel und Pierre Fresnay) Regie, wie zum Beispiel bei Angèle (1934), Regain (1937) und La Femme du boulanger (dt.: Die Frau des Bäckers - 1938). Im Jahr 1946 wurde er in die Académie française gewählt (frz. Sprachakademie). Nach 1956 wandte er sich vom Kino und Theater ab: Das Schreiben von Romanen sollte die neue kreative Wende in seiner fruchtbaren Karriere werden.

Die Legende besagt, dass Marcel Pagnol, der geborene Geschichtenerzähler (sollte dies zu beweisen sein) es liebte, seine Kindheitsanekdoten während Mittagsmähler in Paris zu erzählen. Entzückt bat ihn die Direktorin der Zeitschrift ELLE, Hélène Lazareff, sie für die Seiten der berühmten Wochenzeitung aufzuschreiben. Zweifellos dachte sie, dass dies das Thema eines großen Feuilletons sein könne, der ihre Leser fesseln könne. Marcel Pagnol stimmte zu, vergaß es dann aber. Erst als er einige Tage später einem Boten die Tür öffnete, der gekommen war, um die versprochenen Schriftstücke abzuholen, musste er unverzüglich mit der Arbeit beginnen. Er hätte sogar den Kurier warten lassen, während er Zeilen für Hélène Lazareff schrieb!

Pagnol fand Gefallen an der Sache und veröffentlichte 1957 Der Ruhm meines Vaters. Es wurde ein großer Erfolg. In den folgenden Wochen wurden fünfzigtausend Exemplare verkauft. So begann die Serie der „Kindheitserinnerungen“, die später durch Das Schloss meiner Mutter (Originaltitel: Le Château de ma mère), Marcel und Isabelle. Die Zeit der Geheimnisse (Originaltitel: Le Temps des secrets) und dann Die Zeit der Liebe (Originaltitel: Le Temps des amours), das posthum veröffentlicht wurde, ergänzt wurde.

le manuscrit de Marcel Pagnol avec l'étui - Editions des Saints Pères

Eine einzigartige Sammlung von Manuskripten

Das Schreiben von Der Ruhm meines Vaters ist ein einzigartiges Abenteuer, das sich aus Manuskripten auf losen Blättern, Notizbüchern sowie getippten und handkorrigierten Texten zusammensetzt...

Dank des außergewöhnlichen Archivs, das sich am Square de l'Avenue Foch in Paris befindet, wo Marcel Pagnol lebte, konnte die narrative Kontinuität des Romans anhand mehrerer Manuskripte und Typoskripte rekonstruiert werden. Der bekannte und vielgeliebte Anfang - „Ich wurde in der Stadt Aubagne, am Fuße des ziegenbewachsenen Garlaban, zur Zeit der letzten Ziegenhirten geboren“ - und die köstlichen frühen Jahre des Schriftstellers spiegeln sich darin wider.

Ein Fresko, das von Pagnols Schreibkunst zeugt, eingebettet in Variationen und Episoden, die nicht in die endgültige Fassung aufgenommen wurden, wie z. B. die Passage, in der der junge Marcel beim Versuch, auf indianische Art zu rauchen, fast ein Feuer verursacht.

Ein bisher unveröffentlichtes Manuskript

Erste Entwürfe, fortgeschrittenere Manuskripte, maschinengeschriebene Seiten, die von Hand korrigiert wurden... Das hiesige Buch besteht hauptsächlich aus handgeschriebenen Seiten (etwa 250 Seiten) und einigen wenigen maschinengeschriebenen Seiten (etwa 50 Seiten).

Vorwort von Karin Hann und Franz-Olivier Giesbert

Franz-Olivier Giesbert ist Journalist (Le Point), Mitglied der Jury des Prix Renaudot (frz. Literaturpreis) seit 1998 und Romanautor (Dernier été - dt.: Letzten Sommer), Gallimard, 2020). Er schreibt hier ein persönliches und enthusiastisches Vorwort zum Werk von Marcel Pagnol und insbesondere zu Der Ruhm meines Vaters. Im Mai 2017 wurde Franz-Olivier Giesbert Chefredakteur der Zeitung La Provence. Karin Hann, die an einer Doktorarbeit der Literaturwissenschaft an der Sorbonne-Paris IV über Marcel Pagnol gearbeitet hat, ist Mitglied der Jury des Grand Prix du Roman historique (frz. Literaturpreis) und Mitglied der Jury des Marcel Pagnol-Preises. Sie ist die Autorin des Essays Marcel Pagnol, un autre regard (zu dt. etwa: Marcel Pagnol, ein anderer Einblick - Rocher-Verlag, 2014) und des Essays Passionnément Gainsbourg (zu dt. etwa: Gainsbourg, eine Leidenschaft - Rocher-Verlag, 2016). Sie ist auch eine Romanautorin (Althéa ou la colère d'un Roi - zu dt. etwa: Althea, oder der Zorn eines Königs - Robert Laffont-Verlag, 2010; Reine des Lumières - zu dt. etwa: Die Königin der Aufklärung - Rocher-Verlag, 2017). Sie betreute zusammen mit Nicolas Pagnol die Arbeit des SP-Verlags an dem hiesigen Schuber und schrieb einen Text, der die Hintergründe von Pagnols Handschrift erläutert.

Auszug:

„Die Manuskripte von Marcel Pagnol werden endlich ans Licht gebracht! Ein Schatz! Eine Momentaufnahme des Schriftstellers bei der Arbeit, die nun der breiten Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich wird.

Es kann nicht genug gesagt werden, wie reich an Informationen diese Rückkehr zu den Quellen, dem Schreiben und der Überarbeitung des Autors sein kann. Mit der Veröffentlichung von Der Ruhm meines Vaters ist die Zeit der Geheimnisse gekommen! Mit seinen Sergent-Major-Ferdern, auf seinen Schulheften, gibt Pagnol einen Teil seiner Gedanken preis. Seine Handschrift, rund und sinnlich, bezeugt vor unseren Augen seinen kreativen Prozess und seine Absichten. (...)

Es gibt nicht „das eine“ Manuskript von Der Ruhm meines Vaters, sondern Varianten seiner Geschichte. Die Schwierigkeit bestand also darin, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen und sich dann für einen kohärenten redaktionellen Leitfaden zu entscheiden, um eine fortlaufende Erzählung vorzuschlagen, die der Endfassung in ihrer Gesamtheit nahekommt. So viele Fragen! Der Einsatz war hoch, denn diese Seiten bilden nicht, wie man erwarten könnte, einen vorläufigen Text, d.h. Zeilen, die in etwa denen entsprechen, die wir kennen, abgesehen von ein paar Korrekturen an Probedrucken; sie sind eher das, was ich einen „Metatext“ nennen würde, also mehrere Quellen derselben Episode, die durch ihre Einzigartigkeit faszinieren. Und das ist es, was diese Veröffentlichung so reich macht. In der Tat offenbart uns Marcel Pagnol, der immer wieder über die Methode der Produktion seiner Filme theoretisierte, zum ersten Mal seinen Modus Operandi in Bezug auf das Schreiben.

Ich habe lange darum gekämpft, die Leute davon zu überzeugen, dass die besagte Schrift entgegen der landläufigen Meinung keine „gesprochene Sprache“ ist. Eine Erforschung des Gesamtwerks zeigt deutlich, dass sich hinter der Einfachheit und Nüchternheit seiner Sprache eine intensive Suche nach stilistischer Reinheit verbirgt. Man denke nur an die jugendlichen Ausbrüche wie „Pirouettes“ oder „La Petite Fille aux yeux sombres“ („Das kleines Mädchen mit dunklen Augen“), in denen Pagnol äußerst affektiert und aufgeblasen erscheint. Erinnern wir uns daran, dass er Edmond Rostand vorbehaltlos bewunderte und dass er zu Beginn seiner Karriere das Ziel hatte, ein Theaterstück in Versen zu schreiben. Prosa, eine in seinen Augen unbedeutende Kunstform, erschien ihm zu aussichtslos. Später entdeckte er die Schwierigkeit, schön zu formulieren, schöne Bilder zu schaffen, Dialoge zu produzieren, die, wie er sagte, „Leben haben“. Und er erklärte dies. Weil er Alexandriner veröffentlichen wollte, drückte er sich zunächst hochtrabend aus.

Pagnols Schreibkunst ist wie ein Rohdiamant, der im Laufe der Zeit durch sein Talent und seine harte Arbeit geschliffen worden wäre. (...) “

Coffret à plat du manuscrit de Marcel Pagnol

Ebenfalls in der gleichen Sammung erhältlich: Le Château de ma mère (das Schloß meiner Mutter)

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