Wiesengrüne Auflage,

nummeriert von 1 bis 1000,

$220 $
Französische Ausgabe
Großformat (25 x 35 cm)

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Candide oder der Optimismus: Voltaires Manuskript

In einer Zeit, in der unser Land sich selbst in Frage stellt, erschien es uns angemessen, Voltaire zu veröffentlichen. Der Untertitel („oder der Optimismus“) entspricht unserer Denkweise. Es ist ein bescheidener Beitrag zu den Überlegungen von heute, eine Postkarte, die aus dem Land geschickt wurde, das uns lieb ist: jenes der Toleranz, des satirischen Humors und des Genusses am Kampf gegen Fanatismus und Obskurantismus.

Ein jahrhundertelang verschollenes, dann wiedergefundenes und zum ersten Mal veröffentlichtes Manuskript

Jahrelang wussten Historiker und Gelehrte nicht, wo sich das Manuskript befand, und viele glaubten, es sei verloren. Es wurde schließlich 1957 von Ira Owen Wade, Romanistikprofessor an der Princeton University und Spezialist der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts, durch Recherchen in den Archiven der Bibliothek des Arsenals wiederentdeckt.

Dies ist die erste Auflage dieses Manuskripts. Es ist das erste Mal, dass die Öffentlichkeit Zugang zu diesem bisher unveröffentlichten Dokument bekommt. Es bietet einen Blick hinter die Kulissen des literarischen Schaffens Voltaires, einer berühmten Persönlichkeit der Aufklärung, und ist damit ein ebenso bedeutendes wie majestätisches Objekt.

Candide buch

Rechtschreibregeln...

Die Eleganz der Schrift fällt schon auf den ersten Blick auf. Es ist die ganze feinsinnige Raffinesse des 18. Jahrhunderts, die sich in diesem Manuskript entfaltet.

Ein aufmerksamerer Beobachter wird feststellen, dass es so aussieht, als ob zahlreiche Rechtschreibfehler enthalten seien ...! Eine eher witzige Beobachtung, wenn man bedenkt, welchen Platz dieser Text heute im Schullehrplan einnimmt. Der schmackhafteste ist zweifellos ein Tippfehler, der dem Auge nicht unbedingt auf den ersten Blick auffällt, nämlich der im Titel selbst enthaltene: Candide ou L'Optismime („Optismimus“).

Candide oder der Optimismus - titel manuskript

In der Tat war die Rechtschreibung im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert nicht so sehr eine Regel als vielmehr eine Meinung oder Geschmackssache, und es gab verschiedene Möglichkeiten, Französisch zu schreiben, welches dennoch als korrekt angesehen wurde. Im Jahr 1635 gründete Richelieu die Académie française (nach dem Vorbild der Akademie von Florenz, die vierzig Mitglieder zählte). Im Jahr 1694 wurde das erste Wörterbuch veröffentlicht, was ein Meilenstein war, auch wenn es von den eigenen Mitgliedern verspottet wurde. 1778 überzeugte Voltaire d'Alembert, ein groß angelegtes Projekt zu starten, ein Wörterbuch der Etymologie, der Konjugation und der literarischen Ausdrücke... So dass man im 18. Jahrhundert von Voltaires Rechtschreibung sprach! Die Académie française kodifizierte zwischen 1835 und 1850 die Schrift und übernahm die Reformen, die Voltaire bereits im vorigen Jahrhundert gefordert hatte*.

Eine unveröffentlichte Fassung der Abenteuer von Candide

Das Originalmanuskript entspricht nicht vollständig der schließlich veröffentlichten Ausgabe. Einige Auszüge wurden hinzugefügt, andere entfernt oder korrigiert. Das Kapitel über Paris zum Beispiel, in dem die Hauptstadt als „die Stadt aller Höllen“ beschrieben wird, erscheint in diesem Manuskript, wurde aber von Voltaire zum Zeitpunkt der Veröffentlichung endgültig gestrichen.

Die Niederschrift von Candide

Der 1694 in Paris geborene François-Marie d'Arouet, genannt Voltaire, hatte eine turbulente Jugend. Er ist bei den Jesuiten aufgewachsen, was ihn das nicht daran hinderte, schon früh das Theater zu entdecken und eine Leidenschaft für die Bühnenkunst zu entwickeln. Er gehörte zu den gesellschaftlichen Salons und fiel durch seine Frechheit und seine Ablehnung von Autorität auf. Seine Pamphlete gegen den Regenten brachten ihn in Schwierigkeiten, und 1717 wurde er zum ersten Mal, im Alter von 23 Jahren, für elf Monate ins Gefängnis gesteckt.

Nach einer Schlägerei mit dem Chevalier de Rohan, der ihn an seine bescheidene Herkunft erinnerte, musste er ins Exil nach London; 1734 wurde sein Werk „Lettres philosophiques“ (zu dt : „Philosophische Briefe“) vom Parlament verurteilt und verbrannt. Zeit seines Lebens zögerte Voltaire nicht, Risiken einzugehen, um sich frei zu äußern und um insbesondere religiösen Fanatismus anzuprangern. Von der Verhaftung bedroht, verbrachte er zehn Jahre mit seiner Vertrauten und Geliebten Émilie du Châtelet auf dem Château de Cirey (an der Grenze zu Lothringen). In seinen letzten Lebensjahren ließ er sich auf dem Gut Ferney an der Schweizer Grenze nieder.

Candide manuskript

"Wenn Sie glücklich leben wollen, leben Sie immer ohne einen Herren.“

Als Candide in Voltaires fruchtbarer Vorstellung Gestalt annahm, war er 65 Jahre alt und hatte eine Reihe von Trauerfällen erlitten, darunter den untröstlichen Tod von Émilie du Châtelet. Der Konflikt mit Friedrich II., das schreckliche Erdbeben in Lissabon 1755, der Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 - all das sind Faktoren der Verzweiflung für diesen hervorragenden, aber sensiblen Mann. Voltaire griff zur Feder und schrieb ein Werk, das vom Optimismus bis zum Pessimismus reichte, entgegen der Philosophie von Leibniz. Es sollte eine Geschichte werden, die auf traditionelle Codes und Themen - Kriege, Duelle, Reisen, Eldorado - zurückgreift und gleichzeitig mit Raffinesse philosophiert und dagegen rebelliert.

veröffentlicht, um die Zensur zu umgehen

Das Buch wird in Genf von den Gebrüdern Cramer gedruckt. Es wird Mitte Januar 1759 in Paris, London und Amsterdam veröffentlicht. Es ist ein unverkennbarer und sofortiger Erfolg. Der Text wird überall in Europa gelesen. Aber es ist auch ein schallender Skandal. Voltaire hat den Text nicht signiert. Er wurde unter Pseudonym veröffentlicht, um die Zensur zu umgehen und trägt nur den Vermerk „aus dem Deutschen übersetzt - von Herrn Doktor Ralph“. Der Philosoph hat schnell denen widersprochen, die ihm die Urheberschaft zuschrieben:

„Ich habe endlich Candide gelesen. Sie müssen den Verstand verloren haben, um mir diesen Unfug zuzuschreiben.
Ich habe Besseres zu tun, Gott sei Dank.“

In Paris wurde er vom Generalanwalt des Parlaments, Omer Joly de Fleury, getadelt, in Genf vom Dekan des Konsistoriums, Pastor Sarasin, verurteilt. Bis zum Ende des Jahres erschienen nicht weniger als zwanzig französische Ausgaben, sowie vier englische Übersetzungen und eine italienische. Etwa 20.000 Exemplare des Buches wurden verkauft. Lord Chesterfield, ein englischer Politiker und Schriftsteller, pflegte zu witzeln: "Kaufen Sie die Enzyklopädie und setzen Sie sich darauf, um Candide zu lesen."

Ein wichtiges Dokument unseres kulturellen Erbes

Zusätzlich zu dem, was es als solches darstellt, ist das Manuskript von Candide auch ein wichtiges visuelles Dokument. Es zeigt die Eleganz der Schrift des 18. Jahrhunderts, die nicht nur Kenner, sondern vor allem Liebhaber von Literatur und Belletristik begeistern wird. Das ursprüngliche Manuskript bestand aus kleinen, vierseitigen, zusammengebundenen Heftchen. Jedes Ende eines Heftchens erwähnt das erste Wort des nächsten. Das Manuskript wurde 1758 Kapitel für Kapitel von Voltaire an den Duc de la Vallière in die Schweiz geschickt.

Im Anhang des Manuskripts wird der Leser einen Brief von Voltaire finden, der die Urheberschaft des Textes bestreitet: "Ich habe gerade diesen Candide gelesen. Ich finde diesen Scherz geschmacklos [...]. Ich rate Ihnen, letzteren sie nicht zu produzieren und die Kopien zurückzuziehen, falls Sie welche haben. Es ist ein Rat eines Freundes und von Freunden, den ich meinen Freunden gebe."

*Siehe Bernard Fripiat, Au commencement était le verbe, ensuite vint l'orthographe (zu dt. etwa: „Am Anfang stand das Wort, dann kam die Rechtschreibung“, La librairie Vuibert, 2015.

Candide Faksimile Voltaire

Das ursprüngliche Manuskript bestand aus kleinen, vierseitigen, zusammengebundenen Heftchen. Jedes Ende eines Heftchens erwähnt das erste Wort des nächsten.

 

Kundenbewertung

Florence L

Je viens de recevoir l'exemplaire de CANDIDE et je suis totalement sous le charme de cette "œuvre d'art". Je l'ai commandé pour l'anniversaire de mon compagnon et il va être complètement boulversé j'en suis certaine quand il va voir la beauté de ce manuscrit. Je suis tellement contente et cela doit faire juste 20mns que le facteur vient de me le déposer. Merci encore aux editions les Saints Pères qui nous font vivre des grands moments d'émotions.

Bertrand Labes

Certainement un ouvrage fabuleux, mais pourquoi le nombre de pages n'est-il pas précisé ?

JCL

Un vrai plaisir de parcourir ces pages "d'écriture en action" !

Vivement la date de sortie qu'il vienne s'ajouter à ma collection !

Ca a l'air sublime...