Azurblaue Auflage,
nummeriert von 1 bis 1000,
180 €
Südkurier
Französische Ausgabe
Großformat (25 x 35 cm)

Spezieller Einführungspreis
gültig bis einschließlich Mittwoch, den 19. Mai

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Courrier Sud (Südkurier), das manuskript von Antoine de Saint-Exupéry

Während der Name Antoine de Saint-Exupéry Millionen Leser auf der ganzen Welt an das Buch Der kleine Prinz erinnert, so ist er jedoch auch untrennbar mit einem außergewöhnlichen Epos des letzten Jahrhunderts verbunden: dem Abenteuer der Aéropostale. Ein Abenteuer, das er im Manuskript seines ersten Romans Südkurier festhalten sollte, das der Verlag Les Éditions des Saints Pères dank der Martin-Bodmer-Stiftung und der Succession Saint-Exupéry - d'Agay hier zum ersten Mal abdruckt.

courrier sud, le manuscrit d'Antoine de Saint Exupéry

Hat er geschrieben, um zu fliegen, oder ist er geflogen, um zu schreiben?fragte sich einst Umberto Eco. Die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen, denn Saint-Ex' schätzte die Literatur sehr. Und dieses Manuskript, das von den Reisen des unvergesslichen Jacques Bernis zu Lande und in der Luft erzählt, kann zweifellos als die glückliche Verbindung seiner beiden großen Leidenschaften betrachtet werden. Ein Dokument, das ihn, in gewisser Weise, in seinen Entscheidungen als Mann der Taten und der Literatrur bestätigte?

Der ruf des himmels

In den 1920er Jahren entdeckt Antoine de Saint-Exupéry die Freuden der Luftfahrt, dies während seines Militärdienstes in Straßburg, wo er dem 2. Jagdfliegerregiment beitrat, und dann in Casablanca und in Le Bourget. 1926 wurde er von der Société d'Aviation Latécoère (zu dt. „Fluggesellschaft Latécoère“ ) eingestellt, für die er zusammen mit Mermoz und Guillaumet Kurierflüge zwischen Toulouse, Dakar und Casablanca durchführte.

extrait du manuscrit de courrier sud

1927 wurde er zum Flugplatzleiter in Cap Juby (Port Tarfaya, an der Südküste Marokkos) ernannt. Der junge Mann, der noch keine dreißig Jahre alt war, lebte achtzehn Monate lang in einer isolierten Festung zwischen Sand und Meer. Die sich hinziehenden, oft einsamen Tage und Nächte waren der Entwicklung eines anderen seiner Talente förderlich: dem des Schriftstellers. Saint-Exupéry griff zur Feder, wie er in diesem Brief erklärt: „Ich habe ein wenig gelesen und habe beschlossen, ein Buch zu schreiben. Ich habe schon etwa hundert Seiten geschrieben und bin ziemlich festgefahren in seinem Aufbau“. Die Blätter, auf denen er das Epos voller Abenteuer von Jaques Bernis beschreibt, dem Helden des Südkurier, wird immer umfangreicher. Zu Beginn des Jahres 1929 steht das Buch kurz vor der Fertigstellung, ein Werk welches einen bemerkenswerten und erfolgreichen Eintritt in die Welt der Literatur bedeuten sollte.

Ein unvergesslicher erster roman

Obwohl Südkurier Saint-Exupérys erster veröffentlichter Roman war, machte sich der junge Autor in der Ausgabe Nr. 11 der Zeitschrift Le Navire d'argent (zu dt. Das silberner Schiff) einen Namen, Zeitschift die von der berühmten Pariser Buchhändlerin Adrienne Monnier, Leiterin von La Maison des Amis des Livres (zu dt. Das Haus der Buchfreunde), geleitet wurde. 1926 veröffentlichte er L'Aviateur (zu dt. Der Flieger), eine Kurzgeschichte aus einem größeren Text mit dem Titel L'Évasion de Jacques Bernis (zu dt. Die Flucht des Jacques Bernis), die bereits einen Hauch von Südkurier und Vol de nuit (zu dt. Nachtflug) trägt.

Dessin Saint Exupery

Südkurier kann zweifellos als eine Weiterentwicklung von L'Évasion de Jacques Bernis betrachtet werden, von dem wir einige Fragmente - die lange als verloren galten! - auf den Rückseiten des Manuskripts von Südkurier finden. Oder als eine Möglichkeit für Saint-Exupéry, seine Lebensumgebung, die er liebte, zu schildern, die Herausforderungen des Pilotenlebens, und die Schwierigkeiten, die er selbst erlebte - insbesondere die schwierige Wahl zwischen Reise und Liebe, da ja seine Verlobung von der Familie von Louise de Vilmorin, die er heiraten sollte, wegen der Gefährlichkeit seines Berufes aufgelöst wurde...

Jacques Bernis, dieses Mal, bevor du ankommst, werde ich offenbaren, wer du bist. (...) Ich werde erzählen, auf welcher Reise du dich befindest. Wie du den Anschein gibst, warum die Schritte, die du neben den unseren machst, nicht die gleichen sind.
 

Im Mai 1929 veröffentlichte La Nouvelle Revue Française Auszüge aus dem Südkurier. Es folgte die bei Gallimard erschienene Gesamtausgabe mit einem Vorwort des Journalisten und Schriftstellers André Beucler. Der Erfolg des Buches überzeugt Saint-Exupéry, seine Schriftstellerkarriere fortzusetzen.

grand livre courrier sud

Ein Himmel so rein wie Wasser durchflutete die Sterne und enthüllte sie.
Dann war es Nacht. Die Sahara entfalteten sich Düne für Düne unter dem Mond.

Ein manuskript, das von Saint-Exupérys schöpferischem fieber zeugt

Ein schillerndes Manuskript, welches wie vom Schaffensdrang des jungen Mannes mitgerissen wirkt, und dessen mit Bleistift geschriebene Handschrift sich über 171 Blätter erstreckt, mit Durchstreichungen in rotem und blauem Buntstift, oder in schwarzer und violetter Tinte... Es gibt auch maschinengeschriebene Seiten, reichlich durchgestrichen und von Hand korrigiert, Zeichnungen (Silhouetten, kleine sich bewegende Figuren, Landschaften oder Inneneinrichtungen, sogar aufwändigere Zeichnungen wie auf den Seiten 125 oder 166, oder das Porträt auf der Rückseite von Seite 145, usw.).

Facsimilé livre saint ex

Ein bewegendes relikt

Die 171 Blätter dieses Manuskripts wurden einst von Antoine de Saint-Exupéry an Louise de Vilmorin im Jahr 1929 geschenkt. Trotz ihrer Trennung hat der Flieger nie wirklich aufgehört, die Dichterin zu lieben. Er empfand hierbei eine tiefe und anhaltende Trauer, deren Spuren in allen seinen Romanen zu finden sind.

Ein bewegendes Relikt (...), das buntgemischte Manuskript dieses Werks, sowohl im Himmel wie als auch im Sand geboren, auf dünnen und zerbrechlichen Blättern aus weißem Durchschlagpapier oder auf Briefkopfpapier (wie jenes aus dem „Restaurant du Grand Café des Bains“ in Saint-Raphaël!) geschrieben, das Ganze bildet ein Bündel von Seiten anspruchsvoller Lektüre, voll von Radierungen, Durchstreichungen, Kommentaren, aber auch voll von verschiedenen Zeichnungen und Skizzen. (siehe Vorwort von Nicolas Ducimetière, Vize-Direktor der Martin Bodmer Stiftung)

dessin de Saint Exupéry

Südkurier, ein zeitloser roman

Die Veröffentlichung von Südkurier etabliert den Autor in der Welt der Literatur. Vol de nuit, welches 1931 erschien, wurde ein auch ein Erfolg in den Buchläden und gewann im Dezember den Femina-Preis. 1937 wurde Südkurier von Pierre Billon verfilmt, mit Pierre Richard-Willm in der Rolle des Jacques Bernis. Saint-Exupéry hat aktiv am Drehbuch mitgewirkt (Szenenaufteilung und Dialoge).

Ein in der Martin Bodmer Fondation Aufbewahrtes manuskript

Das Manuskript wird seit etwa fünfzig Jahren in der Martin Bodmer Stiftung (Cologny, Schweiz) aufbewahrt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1971 ist die Martin Bodmer Stiftung ein unverzichtbarer Ort für Literatur- und Bibliophiliebegeisterte. Sie beherbergt die prestigeträchtige Bibliotheca Bodmeriana, die in das UNESCO-Register „Memory of the World“ (zu dt. Weltdokumentenerbe) aufgenommen wurde, und über 150.000 Papyri, Inkunabeln (Wiegendrucke), Manuskripte und seltene Ausgaben umfasst. Die Reproduktion des Manuskripts wird begleitet von einem lebendigen und bewanderten Vorwort von Nicolas Ducimetière, Vizedirektor der Martin-Bodmer-Stiftung seit 2021, Buch- und Bibliothekshistoriker, Ausstellungskurator und einem Nachwort von Jacques Berchtold, Direktor der Martin-Bodmer-Stiftung seit 2014, ehemaliger Professor an der Sorbonne Nouvelle und der Universität Sorbonne, Mitbegründer und Co-Direktor der Sammlung „L'Europe des Lumières“ (dt. Das Europa der Aufklärung). In „Was ist es, ein Pilot zu sein?“ erkundet Jacques Berchtold in wenigen kraftvollen Zeilen die aüßerst philosophische Dimension des Flieger- und Schriftstellerdaseins.

Ecriture manuscrite d'Antoine de Saint Exupéry

Solange der Mensch sesshaft in der Stadt lebt, droht ihm eine sterile Unbeweglichkeit. Saint-Exupéry stellt, um „Menschlichkeit“ zu zeigen, den Menschen dar, der sich den Prüfungen des Daseins fernab der städtischen Bequemlichkeit stellt. Die Gedanken, Erinnerungen und das Gewissen des Protagonisten zeigen in entscheidenden Momenten seine Freiheit, und seine energischen Aktionen sind deren Ausdruck. Sowohl das Schicksal des Menschen als auch seine Reife im Angesicht von Freundschaft und Liebe, spielen sich in der Einsamkeit ab: Die Entblößung des Wesentlichen wird durch die Abenteuer zwischen Himmel und Sand, zwischen Flugzeug und Wüste begünstigt. Die geistige Erhebung erfolgt durch Mobilität und Aktion.

Jacques Berchtold

Quellen:

- Antoine de Saint-Exupéry, Œuvres complètes, vol. I et II. Sous la direction de Michel Quesnel et Michel Austrand, NRF, Bibliothèque de la Pléiade, Éditions Gallimard (Paris, 2018).

- Antoine de Saint-Exupéry, Courrier Sud. Éditions Gallimard (Paris, 1929).

- Antoine de Saint-Exupéry, Manon, danseuse – et autres textes inédits. Gallimard, NRF (Paris, 2007). (Manon, danseuse suivi de L’aviateurAutour de Courrier Sud et de Vol de nuitJe suis allé voir mon avion ce soir suivi de Le pilote et de On peut croire aux hommes – Sept lettres à Nathalie Paley). Textes réunis, établis et présentés par Alban Cerisier et Delphine Lacroix.

https://fondationbodmer.ch/

https://www.antoinedesaintexupery.com

https://www.antoinedesaintexupery.com/courriersud/

livre d'Antoine de Saint Exupery grand format

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