Prière à la Vierge à l'Enfant

Bilderhandschrift

$140 $

„Anbetung der Jungfrau Maria mit dem Kind“
Bildmalerei aus dem Manuskript
Das Stundenbuch der Katharina von Kleve,
Großformat : 30 x 40 cm

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Ein Meisterwerk der Buchmalerei (Etwa 1440)

Das Stundenbuch der Katharina von Kleve ist eine der prächtigsten Bilderhandschriften des 15. Jahrhunderts. Dieses lateinische Gebetbuch wurde in Flandern frühestens 1434, eher aber um 1440 (1) von einem anonymen niederländischen Buchmaler geschaffen, der heute als „Meister der Katharina von Cleve“ bekannt ist.

Das Stundenbuch, das dazu bestimmt war, die Gläubigen bei ihren Gebeten zu begleiten, wurde während des gesamten Mittelalters und insbesondere im 15. Jahrhundert populär und bot wohlhabenden Familien die Gelegenheit, prächtige Werke von großen Künstlern ihrer Zeit anfertigen zu lassen. Das hier vorliegende Stundenbuch wurde sehr wahrscheinlich für Katharina von Kleve (1417-1476) anlässlich ihrer Heirat mit Herzog Arnold von Geldern im Januar 1430 in Auftrag gegeben. Ihre Ehe erwies sich trotz der Geburt von sechs Kindern bald als unglücklich. Das Buch, das sehr reich bebildert ist, hat höchstwahrscheinlich mehrere Jahre Arbeit benötigt.

Buchmalerei aus dem 15. Jahrhundert des Anbetung der Jungfrau Maria mit dem Kind

Die 357 Seiten, aus denen das Manuskript besteht, enthalten alle Gebete, die man in einem Stundenbuch erwartet. Sie stellen das Leben der Heiligen in 157 farbenfrohen, mit Gouache gemalten, und mit Gold veredelten Miniaturen dar. Die Besonderheit dieses Werkes liegt aber vor allem in der reichen Verzierung der Blattumrandungen, wo sich eine reiche, vom täglichen Leben inspirierte Ikonographie entfaltet. Neben religiösen Szenen sind die Umrandungen mit dekorativen Motiven verziert, darunter so unterschiedliche Wesen und Dinge wie Vögel, Fische, Früchte, Schmuck und Möbel - alles Elemente, die dem weltlichen Leben entlehnt sind und die nicht immer ihren Platz in liturgischen Büchern zu haben scheinen. Sie erscheinen manchmal in Form eines geschickten Trompe-l'oeil, welches charakteristisch für den Meister der Katharina von Kleve ist. Im Laufe der Seiten entdeckt man sogar einige dämonische Wesen und Darstellungen der Hölle, was bei dieser Art von Werken besonders selten ist.

Eine strahlende Jungfrau mit Kind

Das Stundenbuch der Katharina von Kleve wird mit dieser ganzseitigen Miniatur eingeleitet, die nach wie vor eine umwerfendsten Buchmalereien des Buches ist. Sie veranschaulicht die Anbetung der Jungfrau Maria, mit einem Morgengebet, das „Mette“ genannt wird. Katharina von Kleve wird hier dargestellt, wie sie vor einer Jungfrau mit Kind betet, in einem roten von Gold umgebenen Gewand gekleidet, mit ihrem Stundenbuch in den Händen. Ein Satz des Gebetes, in lateinischer Sprache auf ein Band geschrieben, scheint sich aus dem Buch zur Jungfrau Maria zu erheben: „O MATER DEI MEMENTO MEI (2)“. Die Jungfrau steht auf einer Mondsichel (3), eingebuden im Rahmen eines farbenprächtigen gotischen Gebäudes, dies unter dem wohlwollenden Blick zweier Engelsmusiker. Die in den Ecken der Seite und unter der Jungfrau Maria gezeichneten Wappen sind die Wappen der Familie von Katharina von Kleve und ihrer Vorfahren. Die Wappen der Familie von Katharina von Kleve werden im gesamten Werk gegenüber denen ihres Gatten privilegiert. Vielleicht in einem Akt des Trotzes gegenüber dem Herzog von Geldern? Auf dieser Seite sind auch zwei Zeichnungen von Vögeln zu sehen, die zwischen den floralen Verzierungen in den Rändern versteckt sind: rechts eine Eule und im unteren Teil ein Huhn.

Ein Manuskript, das verloren, gefunden und dann wieder zusammengesetzt wurde

Das Manuskript soll von Katharina von Kleve ihrem Zeitgenossen Ermengard von Lochhorst geschenkt worden sein, dann verschwand es für vier Jahrhunderte aus den Inventaren. Erst 1856 tauchte es wieder auf, als der Pariser Buchhändler Jacques-Joseph Techener es für 15.000 Francs zum Verkauf anbot. Der Herzog von Arenberg erwarb es und behielt es in seiner Familie bis 1958, als es in die Guennol-Sammlung des Met Museums (New York) aufgenommen wurde.

Mittelalterliche Handschrift der Jungfrau Maria

1963 erhielt der Direktor der Morgan Library, Frederick Baldwin Adams Jr., ein weiteres Stundenbuch von Katharina von Kleve, das von einem anonymen europäischen Sammler geschickt worden war. Nachdem er ausnahmsweise die Genehmigung zur Einsichtnahme in das Manuskript aus der Guennol-Sammlung erhalten hatte, verglich Adams die beiden Manuskripte. Ein Arbeit, die ihn folgern lässt, dass die beiden Manuskripte nicht nur vom selben Künstler stammen, sondern vor allem, dass sie sich ergänzen und zweifellos aus einem einzigen Gesamtwerk stammen.

In Wirklichkeit wäre der ursprüngliche Band, bevor er 1856 in einem Pariser Auktionshaus erschien, segmentiert und wieder zu zwei scheinbar vollständigen Bänden zusammengesetzt worden: Es blieb nur noch, sie zusammenzustellen. 1870 [Ndt : 1970 ou 1870 ?] erwarb die Morgan Library das Manuskript aus der Guennol-Sammlung, und John Plummer, Kurator der Abteilung für mittelalterliche Manuskripte, begann ein langes und mühsames Projekt zur Neukomposition. Heute ist das Buch endlich vervollständigt und ist somit einer der Schätze der Morgan-Bibliothek (Ms M917/945).

Der Meister der Katharina von Kleve

Der anonym gebliebene sogenannte „Meister der Katharina von Kleve“, ein in Holland tätiger Maler, war möglicherweise ein Mitglied der Familie van Aken (4) und soll die Buchmalereien dieses Manuskripts mit Hilfe von nur zwei Assistenten beaufsichtigt und gemalt haben. Der Künstler war wahrscheinlich ein ausgezeichneter Kenner der Gemälde der Brüder van Eyck und Robert Campin. Sein Werk fasziniert noch heute, dank der Virtuosität seiner Technik und der Originalität seiner Themen. Der Meister war in der Tat der erste, der die Integration von Motiven, die vom Alltagsleben inspiriert sind, in ein solches Werk verallgemeinert hat. Dieses Verfahren inspirierte andere Buchmaler in seinem Gefolge, wie zum Beispiel den Wiener Meister der Maria von Burgund, für das Stundenbuch der Maria von Burgund.

Religiöse Handschrift von Katharina von Kleve

1. Im Jahre 1434 ließ der Herzog von Burgund eine Münze prägen, die auf einer der Seiten des Manuskripts abgebildet ist.

2. "Oh Mutter Gottes, erinnere dich an mich. »

3. Die Mondsichel ist ein im Mittelalter sehr verbreitetes und beliebtes Motiv. Im Manuskript erscheint es auch in Buch XII der Apokalypse.

4. Der Maler Anthonius van Aken (1420-1478) ist der Vater von Jheronimus van Aken, besser bekannt als Hieronymus Bosch.

Quellen :

- www.themorgan.org

- The Hours of Catherine of Cleves: devotions, demons and daily life in the fifteenth century, Rob Dückers, Rudd Priem; with contributions by Gregory T. Clark, Henri L.M. Defoer, Jos Koldeweij, Eberhard König, Anne S. Korteweg, James H. Marrow, Arent Pol, Kathryn M. Rudy, Bert Thissen, Roger S. Wieck. Harry N. Abrams (2010).

- The Hours of Catherine of Cleves: Reproduced from the illuminated manuscript belonging to the Guennol Collection and the Pierport Morgan Library. Barrie & Rockliff (1966).

- Das Stundenbuch der Katharina von Kleve. Faksimile Verlag (München, 2009).

- The Hours of Catherine of Cleves, John Plummer, George Braziller (New York, 1966).

- Codices Illustres. Les plus beaux manuscrits enluminés du monde 400 à 1600, Ingo F. Walther et Norbert Wolf, éditions Taschen (Paris, 2014).

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Doppelglaseinrahmung (30 cm x 40 cm).

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